Genuss in Schaufeln

Carl Ferdinand von Stumor, Gastrosoph von Rang und Namen, Erforscher von Genusswelten und eine wahre Küchenkoryphäe Rookburghs, berichtet von seiner kulinarischen Entdeckungsreise im Restaurant Uhrwerk. Heute im Zentrum seines Urteils:

Golden Fritz und Handwerks-Burger

Mit leichter Scham muss ich eine Beichte ablegen: Ich bin vom Pfad abgekommen. Einer Torheit gleich folgte ich der Einladung von Nanette S. Coffier in ihre geschäftige Küche. Doch vermuten Sie hier keine Bestechung, werte Leser! Mein Besuch im Herzen des Uhrwerks war eine gar wissenschaftliche Expedition zum Ursprung des Genusses!

Doch von Beginn an: Sie können sich mein Erstaunen vorstellen, als mir bei meiner Verkostung eine echte Schaufel serviert wurde. Schwarz patiniert, schwer – und voller köstlicher Kartoffelschnitze. „Golden Fritz“ heißen diese famosen Pommes und halten, was ihr Name verspricht. Goldbraun sind sie, außen knusprig, innen weich, kernig und ehrlich wie ein Kumpel aus Rookburgh. Und bedeckt, fast möchte ich sagen umhüllt, von den köstlichsten Aromen aus der ganzen Welt! Denn jede der deftigen Schaufeln präsentiert sich in verblüffendem Gewand: Echter Trüffel hebt die Pommes in gar elegante Sphären. Roastbeef, Cornichons und Röstzwiebeln verleihen den „Fritz“ eine zünftige Tracht. Sesam, Daikon-Rettich und Miso-Mayonnaise entführen den Kartoffelgenuss ins Land der Kirschblüte. Um nur einige Beispiele zu nennen. Fünf Genuss-Variationen dieser köstlich bedeckten Pommes-Schaufeln bietet das Uhrwerk an – und das ist noch nicht alles! Es gibt sogar drei schmackhafte vegane Varianten der handgemachten Pommes! Außerdem reicht man hier zu jeder Schaufel „Golden Fritz“ gleich zwei Handwerks-Burger. Köstliche kleine Steak-Burger, an denen man sogar selbst Hand anlegen darf. Denn zu den minimalistisch gehaltenen Burgern gehören – separat servierte – Saucen und Dips, mit denen jeder seinen ganz eigenen Rookburgh-Geschmack erschaffen kann.

Goldbraun sind sie, außen knusprig, innen weich.

Und genau hier setzte meine Neugier ein, werte Leser. Wie genau entsteht eigentlich dieser so besondere Rookburgh-Geschmack? Was steckt alles hinter so wunderbaren Kreationen wie den grandiosen Golden Fritz oder den brillanten Burger-Dips?

Kaum hatte ich diese Frage gesprochen, stand ich schon neben Nanette am Herd. Und sah, wie sie und ihre Gesellen mit flinken Fingern die rohen Kartoffeln zu kernigen Pommes schnitzten. Agria, Bintje oder Premiere heißen diese Erdäpfel bevor sie zu „Fritz“ werden – und zwar pur, ohne Zusätze oder Aromen. Dazwischen tummelten sich die knackigen Gemüse und duftenden Kräuter, aus denen nach geheimem Hausrezept ganz frisch die einmaligen Saucenkreationen gezaubert werden. Hier, zwischen dampfenden Töpfen und zischenden Pfannen, lagen reinste Erzeugnisse aus der Heimat neben wundersamen Wurzeln aus aller Welt – und verschmolzen unter Nanettes kundiger Anleitung zu wahren Kunstwerken. Genussreisen so weltumfassend wie die Abenteuer der Aeronauten, so beglückend wie Emilie’s Chocoladen, so modisch wie Breeches und Capes.

Was denn nun das Geheimnis des Rookburgh-Geschmacks ausmacht, mögen Sie fragen. Nach meinem Besuch in der Uhrwerk-Küche vermag ich das in wenigen Worten zu sagen: Handwerk und Herz. Frische und Reinheit. Neugier und Mut. Und vor allem: eine große Prise Leidenschaft.

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